ZKW entwickelt klimaneutrale Elektronik und Elektrik für Polestar

Wieselburger Automotive-Zulieferer setzt auf CO2-emissionsfreie Produktion und Nachhaltigkeit

 

ZKW ist Partner des schwedischen Elektrofahrzeug-Herstellers Polestar. Ziel des Projekts „Polestar 0“ ist es, bis 2030 ein komplett klimaneutrales Automobil zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Für das ambitionierte Projekt wird der Wieselburger Lichtsysteme-Spezialist Elektronik- und Elektrikkomponenten für Polestar entwickeln. Zudem stellt ZKW bis 2025 weltweit auf eine CO2-neutrale Produktion um. Erreicht werden soll dieses Ziel mit Energieeinsparungen, Abfallvermeidung und die Umstellung auf Ökostrom. „Im Rahmen des gemeinsamen Projekts untersuchen wir die Potenziale der Kreislaufwirtschaft, um zukünftig den ökologischen Fußabdruck unserer Produkte auf null zu senken. Daher verstärken wir die nachhaltige, umweltschonende Produktion. Bis 2038 sollen alle unsere Produkte klimaneutral gefertigt werden“, erklärt Oliver Schubert, CEO der ZKW Group.

Das Projekt „Polestar 0“ soll die Emissionen aus der Lieferkette komplett eliminieren und die Prozesse der Automobilfertigung nachhaltig verändern, anstatt CO2-Emissionen auszugleichen. Polestar hat sich zu diesem Ziel entschlossen, weil der Verkehrssektor der am schnellsten wachsende Verursacher von Treibhausgasen ist. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen erwartet, dass der Anteil des Verkehrs an den gesamten CO2-Emissionen in Zukunft mehr als 30 Prozent betragen wird.

 

Neue Materialien und Verfahren
Moderne Scheinwerfer bestehen aus vielen unterschiedlichen Komponenten, darunter verschiedene Kunststoffe und Elektronikbauteile. Für eine nachhaltige Produktion muss einerseits der Anteil von Kunststoffen reduziert werden, etwa durch den Einsatz von biobasierten oder recycelten Materialien. Eine Analyse von ZKW hat ergeben, dass die Elektronik ein wesentlicher Treiber für klimaneutrale Scheinwerfer ist. Hier lassen sich bei Leiterplatten – etwa durch neue Materialien und Optimierung der Verfahrenstechnik –, aber auch durch die Umstellung auf CO2-neutrale elektronische Komponenten und bei der Assemblierung (z.B. durch energieoptimierte Anlagen und Grünstrom) schädliche Emissionen vermeiden.

 

Alternative Fertigungskonzepte
Um die Elektronik- und Elektrikkomponenten klimaneutral zu machen, sind nicht nur neue Materialien und Prozesstechnologien nötig. Auch das sogenannte „Carbon Capturing“ im Fertigungsprozess, die Vermeidung von Abfall sowie Recycling ermöglichen eine CO2-neutrale Produktion. Sogar die Wiederverwendbarkeit reparierter Scheinwerfer ist denkbar. „Wo sich Emissionen nicht vermeiden lassen, müssen Alternativen gefunden werden. So könnte man ein Steckergehäuse aus biogenen Rohstoffen fertigen, oder aber darauf verzichten, indem andere Verbindungsmethoden, zum Beispiel Direktsteckverbindungen oder Printkanten-Stecker, zum Einsatz kommen“, sagt Schubert.

 

Projekt für industrielle Forschung
Mit dem von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG geförderten Projekt „SusMat4CarLight“ forscht ZKW in Wieselburg zum Thema nachhaltige, rezyklierbare Werkstoffverbunde für zukünftige Autoscheinwerfer. Dabei soll die gesamte Lieferkette einbezogen und auf die Kompensation durch CO2-Zertifikate verzichtet werden. Das Projekt beschäftigt sich u.a. mit neuen Hochleistungswerkstoffen, Integration unterschiedlicher Technologien in Wertschöpfungsketten, innovativen Oberflächen und Verfahren sowie anwendungsoptimierter Werkstoffverarbeitung. Partner des Forschungsprojekts sind die Joanneum Research Forschungsgesellschaft, das Materials Institut für Oberflächentechnologien und Photonik sowie die Montanuniversität Leoben. „Wir untersuchen alle möglichen Potenziale der Kreislaufwirtschaft, um unser Ziel der CO2-neutralen Produktion bis 2025 zu erreichen“, erklärt Schubert.

 

Konzept für Nachhaltigkeit
In seinem Nachhaltigkeitskonzept, das Produktion, Produkt und Personen einbezieht, fokussiert sich ZKW auf Energieeffizienz und den Bezug erneuerbarer Energien wie Ökostrom und die Vermeidung von Abfällen in der Produktion. Nachhaltige Investitionen, wie das ausgezeichnete Betriebsgebäude am slowakischen Standort Krušovce, sind ein weiterer wichtiger Baustein des Konzepts. Außerdem fördert das Unternehmen mit der „Global sustainability idea challenge“ das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Im nächsten Schritt sollen bis 2038 alle ZKW Produkte CO2-neutral werden. Dieser Plan umfasst neben der CO2-emissionsfreien Produktion an allen Standorten auch die vorgelagerten Lieferketten.

 

Emissionen senken
ZKW setzt in Wieselburg und Wiener Neustadt auf Wärmerückgewinnung, effiziente Kühlung bzw. Heizung sowie die Vermeidung von Abfällen durch Optimieren der Verbräuche, um CO2 zu vermeiden. Bei der Stromnutzung besteht das größte Einsparungspotenzial. Der Standort Wieselburg deckt den Energiebedarf teils aus dem eigenen Wasserkraftwerk, den Rest über das öffentliche Netz – seit Jahresbeginn 2022 als Ökostrom. Auch die ZKW Niederlassungen in Wiener Neustadt, Haag und Dietach sollen CO2-neutral werden. An den internationalen Standorten ist vorerst geplant, Ökostromzertifikate zu beziehen.

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Pressekontakt

Mag. (FH) Sandra Simeonidis-Huber, M.E.S.

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